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Samstag 9 September 2017

Antioxidantien wirksam gegen Makuladegeneration

Die Behandlung von Makuladegeneration durch Injektionen ist teuer und mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Eine im British Journal of Ophthalmology veröffentlichte augenheilkundliche Studie empfiehlt eine günstige und effektive Alternative zur Behandlung der feuchten Form: Supplementierung mit Antioxidantien, Kupfer und Zink.

 

Seit 2011 hat sich die Bevölkerungsalterung stark beschleunigt. Die Prognose lautet, dass bis zum Jahr 2040 immer mehr über 65-Jährige hinzukommen werden [1]. Wie steht es um die Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppe?

 

Die heutigen über 65-Jährigen erfreuen sich einer insgesamt längeren gesunden Lebenserwartung als frühere Generationen, müssen dabei jedoch mit einer kürzeren Lebensspanne ohne chronische Erkrankungen rechnen. Seit den 1980er Jahren ist diese von 6,9 auf 3,8 Jahre zurückgegangen [2]. Ohnehin liegt die Lebenserwartung ohne chronische Erkrankungen insgesamt niedrig: bei Männern im Durchschnitt bei 47 Jahren und bei Frauen bei 40,7 Jahren [3]. Eine dieser chronischen Erkrankungen, die häufig bei über 65-Jährigen auftritt, ist die sogenannte „feuchte“ Makuladegeneration.

 

Augeninjektionen

„Feuchte“ Makuladegeneration ist eine Augenerkrankung, bei der Blutgefäße unter der Netzhaut wachsen, die undicht werden können und dadurch die Netzhaut beschädigen. Als Folge verschlechtert sich das Sehvermögen, wodurch die Lebensqualität beeinträchtigt wird. Die Augeninjektionen, die angewendet werden, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, sind unangenehm und bringen obendrein hohe Kosten mit sich. Auch die Nebenwirkungen sind erheblich und schließen Entzündungen des Augeninnern mit ein.

 

Nun zeigt eine im British Journal of Ophthalmology veröffentlichte Studie, dass es eine kostengünstige, effektive und nebenwirkungsarme Alternative gibt: Supplementierung mit Antioxidantien, Kupfer und Zink [4].

 

Age Related Eye Disease Study

Die Forscher stützen ihre Erkenntnisse unter anderem auf die Age Related Eye Disease Study (AREDS). Diese zeigt, dass die tägliche Supplementierung mit hochdosierten Antioxidantien plus Kupfer und Zink das Risiko der Entwicklung von Makuladegeneration verringert. Als Antioxidantien wurden Lutein, Zeaxanthin und/oder Beta-Carotin verwendet.

 

Am effektivsten wirkt die Behandlung bei Personen im frühen Stadium der Erkrankung. Darüber hinaus ist der Erfolg der Behandlung größer, wenn die Makuladegeneration nur bei einem Auge auftritt und nicht bei beiden.

 

Weniger Injektionen erforderlich

Die Forscher geben an, dass Patienten, die die Supplemente einnahmen, pro Behandlung acht Injektionen weniger benötigten. Bei diesen Patienten blieb außerdem länger ein gutes Sehvermögen erhalten. Vorbeugen ist natürlich dennoch besser als heilen: „Angesichts des belastenden Charakters und der hohen Kosten der Behandlung ist die Prävention der Makuladegeneration eine attraktive Strategie, um chronische und teure Augeninjektionen zu vermeiden und die Sehkraft zu erhalten. Doch dazu müssen die Supplemente gewissenhaft eingenommen werden“, erklären die Forscher.

 

Literatur

[1] https://www.cbs.nl/nl-nl/achtergrond/2017/11/vergrijzing-en-de-nederlandse-economie

[2] https://www.cbs.nl/nl-nl/nieuws/2012/36/65-jarigen-leven-langer-zonder-beperkingen-maar-meer-met-chronische-ziekten

[3] https://www.volksgezondheidenzorg.info/onderwerp/gezonde-levensverwachting/cijfers-context/huidige-situatie#node-gezonde-levensverwachting-naar-geslacht

[4] Aaron Y Lee et al. Cost-effectiveness of age-related macular degeneration study supplements in the UK: combined trial and real-world outcomes data, British Journal of Ophthalmology (2017).