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Donnerstag 2 November 2017

Zusammenhang zwischen Depression und erhöhten CRP-Werten


Bei erhöhten Werten des Entzündungsmarkers CRP denken wir vor allem an Low-grade-Entzündungen und Zivilisationskrankheiten wie Adipositas. Ein erhöhter CRP-Wert scheint jedoch auch mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen und Depressionen einherzugehen.

 

Erhöhte Werte des Entzündungsmarkers CRP (C-reaktives Protein) sind ein Merkmal von Low-grade-Entzündungen. Dieser Prozess spielt eine wichtige Rolle bei vielen Zivilisationskrankheiten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Typ-2-Diabetes und Autoimmunerkrankungen. Aber auch bei Depressionen spielen Low-grade-Entzündungen mit, wie eine großangelegte Metastudie jetzt zeigt.

 

73.000 Teilnehmer

Für die Studie wurden die Ergebnisse aus zwei früheren Studien zusammengeführt, wodurch sich eine Gesamtpopulation von 73.000 Probanden ergab. Die Teilnehmer waren zwischen 20 und 100 Jahre alt. Von den Probanden war die CRP-Konzentration bekannt. Psychische Beschwerden wurden mit Hilfe von Fragebögen ermittelt. Ob Depressionen vorlagen oder nicht, wurde aus der Verwendung von Antidepressiva abgeleitet.

 

Ein erhöhter CRP-Wert erwies sich als mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen und Depressionen assoziiert: Bei einer selbst berichteten Verwendung von Antidepressiva war das Risiko einer Depression bei einem CRP-Wert von mindestens 10 mg/l fast dreimal so hoch wie bei einem ein CRP-Wert von bis zu 1 mg/l. Bei einem CRP-Wert zwischen 1 und 3 mg/l nahm das Depressionsrisiko um 38 % deutlich zu, bei einem CRP zwischen 3 und 10 mg/l verdoppelte es sich sogar. Das Risiko einer Hospitalisierung aufgrund von Depressionen war bei einem CRP-Wert von 10 mg/l oder höher doppelt so groß.

 

Nach dem Beginn einer Entzündung steigt der Gehalt an CRP-Protein im Körper innerhalb weniger Stunden an. Bei einer Low-grade-Entzündung zirkuliert ständig eine kleine Menge an CRP-Protein im Blut. Der gemessene Gehalt an CRP-Protein ist ein Maß für die Entzündungslast im Körper und kann somit anzeigen, ob bei Ihrem Klienten tatsächlich eine Low-grade-Entzündung vorliegt.

 

Literatur

ortho.nl/orthomoleculaire-bibliotheek/artikel/9204/Relatie-tussen-depressieen-verhoogde-CRP

Wium-Andersen MK, Ørsted DD, [..], Nordestgaard BG. Elevated C-reactive protein levels, psychological distress, and depression in 73, 131 individuals. JAMA Psychiatry 2013; 70(2):176-84