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Sonntag 4 März 2018

Angststörungen vermindern mit GABA

Angststörungen und Ernährung werden meist nicht im Zusammenhang betrachtet. Ernährung und Supplementierung können jedoch eine wichtige Rolle beim Vermindern und sogar Vorbeugen von Ängsten spielen. Besonders wichtig ist hierbei offenbar die Aminosäure GABA.

 

Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist ein Neurotransmitter unseres zentralen Nervensystems (ZNS) und fast überall in unserem Gehirn anzutreffen. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Nervenzellen (Neuronen) ermöglichen. Für unser Wohlbefinden ist es wichtig, dass ein Gleichgewicht zwischen anregenden und hemmenden Neurotransmittern herrscht.

 

Angststörungen und GABA

GABA ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter und hat die Aufgabe, das natürliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, indem es überaktive stimulierende Neurotransmitter – insbesondere Glutamat – im Zaum hält. Dies reduziert die Reizempfindlichkeit des ZNS und beugt neurologischen und psychiatrischen Störungen wie zum Beispiel Angststörungen vor.

 

Von einer Angststörung sprechen wir, wenn jemand Angst empfindet, die in keinem Verhältnis zu den Umständen steht. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Mangel an GABA das Risiko, eine Angststörung zu entwickeln, signifikant erhöht, während eine optimale Konzentration dieser Substanz angstmindernd wirkt.

 

Optimaler GABA-Spiegel

Um Angststörungen entgegenzuwirken, kann der GABA-Spiegel mit Medikamenten auf das gewünschte Niveau eingestellt werden. Der Nachteil vieler Medikamente, darunter Benzodiazepine, besteht jedoch darin, dass sie unerwünschte Nebenwirkungen wie Konzentrationsverlust und Müdigkeit mit sich bringen.

 

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Einnahme von GABA zur Nahrungsergänzung. Dies führt häufig ebenfalls zu positiven Resultaten, aber ohne die unerwünschten Nebenwirkungen. Anzumerken ist jedoch, dass noch nicht geklärt ist, wie der positive Einfluss der Supplementierung zustande kommt. Es liegen nämlich (noch) keine Anzeichen dafür vor, dass GABA im Gehirn ankommt oder die Blut-Hirn-Schranke passiert. Hierzu wird zurzeit intensiv geforscht.

 

Nahrungsquellen

Natürlich darf auch die Ernährung als natürlicher Lieferant der Baustoffe für GABA nicht vergessen werden. Unser Körper bildet GABA aus der Aminosäure Glutaminsäure. Dazu benötigt er einen Cofaktor: Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat). Diese Baustoffe sind in einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung mit grünem (Blatt-) Gemüse, Tomaten, Saubohnen, Sojabohnen, Zwiebeln, Freilandeiern, frischen Nüssen und Samen enthalten.

 

Der Neurotransmitter GABA hilft, Angststörungen zu reduzieren oder sogar zu verhindern. Bei einer zu geringen GABA-Konzentration im Gehirn sollte – wegen des Ausbleibens von Nebenwirkungen – vorzugsweise ein Supplement angewendet werden. Darüber hinaus trägt eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung zu einer ausreichenden GABA-Versorgung des Gehirns bei.

 

Literatur

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