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Montag 13 August 2018

Stärkt mediterrane Küche unsere Knochen?

Stärkt mediterrane Küche unsere Knochen?
Überwintern im Mittelmeerraum wird bei Senioren immer beliebter. Dieser Personengruppe kann nur empfohlen werden, gleich auch die mediterrane Kost mit zu übernehmen. Während bereits bekannt war, dass mediterrane Küche das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt, zeigt eine neue Studie, dass sie auch den Abbau von Knochensubstanz bei älteren Menschen mit Osteoporose verlangsamen kann.


Bereits in einer früheren Studie hatte sich ein Zusammenhang zwischen konsequenter mediterraner Ernährung und einem geringeren Risiko für Hüftfrakturen gezeigt. Nun hat die Universität von Bologna eine erste Langzeitstudie (12 Monate) durchgeführt, in der die Auswirkungen mediterraner Ernährung auf die Gesundheit der Knochen von 1142 Freiwilligen im Alter von 65 bis 79 Jahren zu untersucht wurden. Die Teilnehmer, die regelmäßig in Forschungszentren in Italien, Großbritannien, den Niederlanden, Polen und Frankreich untersucht wurden, waren zuvor in eine Gruppe, die einer mediterranen Diät folgte, und eine Kontrollgruppe randomisiert worden. Unterschiede bei der Sonneneinstrahlung wurden wegen der positiven Wirkung von Sonnenlicht auf die Knochenbildung durch Vitamin-D3-Ergänzungen ausgeglichen.
Diejenigen, die der Mittelmeerdiät folgten, nahmen mehr Obst, Gemüse, Nüsse, unraffiniertes Getreide, Olivenöl und Fisch zu sich. Milch- und Fleischkonsum wurden reduziert und der Alkoholkonsum war moderat. Der Speiseplan umfasste sattmachende Lebensmittel wie Olivenöl und Vollkornnudeln*, um den Teilnehmern die Einhaltung der Diät zu erleichtern. Darüber hinaus wurde die Diät so weit wie möglich an die persönlichen Vorlieben jedes Einzelnen angepasst.

*Aus unserer Sicht empfehlen wir, weniger oder überhaupt keine Getreideprodukte zu verzehren.


Ergebnisse

Zu Beginn und am Ende der Studie wurde die Knochendichte des Oberschenkelhalses der Probanden gemessen. Der Oberschenkelhals befindet sich im Hüftgelenk unter dem Oberschenkelkopf und ist anfällig gegenüber Osteoporose. Der Abbau dieses Gewebes führt zum erhöhten Risiko einer Hüftfraktur. Knapp zehn Prozent der Teilnehmer zeigten zu Beginn der Studie Anzeichen von Osteoporose.
Bei Teilnehmern mit einer normalen Knochendichte konnte während dieser relativ kurzen Zeitspanne kein Einfluss der Ernährung festgestellt werden. Obwohl diese Studie bereits über einen deutlich längeren Zeitraum hin beobachtete als frühere Studien, muss dennoch berücksichtigt werden, dass die Bildung von Knochengewebe sehr lange dauert. Trotzdem trat bei den Patienten mit Osteoporose in der Kontrollgruppe die übliche altersbedingte Abnahme der Knochendichte im Schenkelhals auf, während dies in der Diätgruppe nicht der Fall war.

 

Fazit

Die Mittelmeerdiät kann innerhalb von 12 Monaten den Verlust von Hüftknochengewebe reduzieren.Wenn Osteoporose durch eine Diät gebremst werden kann, sollte diese Diät zusätzlich zu Medikamenten eingesetzt werden, die schwerwiegende Nebenwirkungen mit sich bringen können. Aufgrund der weiteren bekannten positiven Eigenschaften der mediterranen Ernährung lohnt sich auf jedem Fall der Versuch.

 

Noch festzustellen

Bei dem langsameren altersbedingten Verlust von Knochendichte wird es weniger leicht sein, einen Unterschied festzustellen. Möglicherweise könnte durch eine Studie von noch längerer Dauer auch bei dieser Gruppe ein Effekt gezeigt werden. Zudem war die Untergruppe der an Osteoporose Erkrankten relativ klein. Eine neue Studie, die länger dauert und eine größere Untersuchungsgruppe umfasst, wäre wünschenswert.Mögliche Ursachen für den positiven Effekt sollten ebenfalls untersucht werden. Hierbei wäre an die Wirkungen der Phenolverbindungen des nativen Olivenöls, der reduzierten Salzaufnahme und der Aufnahme von Vitamin K zu denken.

 

Literatur

https://medicalxpress.com/news/2018-07-mediterranean-diet-osteoporosis.html

https://academic.oup.com/ajcn/advance-article/doi/10.1093/ajcn/nqy122/5051862