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Dienstag 22 August 2017

Magermilchprodukte erhöhen Parkinsonrisiko

Die Nurses Health Study ist nach wie vor eine gute Quelle für interessante Forschungsergebnisse. Eine vor kurzem veröffentlichte Analyse der Daten von 120.000 Menschen hat gezeigt, dass der Verzehr von Magermilchprodukten mit einem erhöhten Risiko für Parkinson in Zusammenhang steht. Schützt daher Vollmilch gegen Parkinson?

 

Magermilchprodukte erhöhen das Risiko für Parkinson, wie aus einer vor kurzem in der Zeitschrift Neurology veröffentlichten, großangelegten Studie hervorgeht. Nach Angaben der Forscher handelt es sich dabei um die bislang umfangreichste zu diesem Thema durchgeführte Studie.

 

Die Studie verwendet Daten, die über einen Zeitraum von 25 Jahren bei etwa 80.000 Frauen (Nurses Health Study) und 50.000 Männern (Health Professionals’ Follow-up Study) gesammelt wurden. Alle zwei Jahre füllten die Teilnehmer Fragebögen zu ihrer Gesundheit und alle vier Jahre zu ihrer Ernährung aus.

 

Magermilch: 39 Prozent höheres Risiko

Die Studie befasste sich mit dem Konsum von verschiedenen Arten von Milchprodukten, darunter Milch, Sahne, Käse, Joghurt, Milchspeiseeis, Butter und Margarine. Danach wurde untersucht, ob sich ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Vollmilch und dem Parkinsonrisiko feststellen ließ. Dies war offenbar nicht der Fall. Jedoch zeigte sich, dass diejenigen, die mindestens drei Portionen fettarme Milchprodukte pro Tag verzehrten, einem um 34 Prozent höheren Risiko für die Entwicklung von Parkinson ausgesetzt waren als diejenigen, die weniger als eine Portion pro Tag zu sich nahmen.

 

Außerdem fanden die Forscher, dass der Verzehr von mehr als einer Portion Magermilch pro Tag gegenüber dem Verzehr von einer Portion pro Woche zu einem um 39 Prozent erhöhten Parkinsonrisiko führte. Auch bei Joghurt-Eis zeigte sich ein Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko.

 

Schützt daher Vollmilch gegen Parkinson?

Die Forscher erstellten zusätzlich eine Metaanalyse mehrerer Studien, die bereits früher bezüglich der Wirkung von Milchprodukten auf Parkinson durchgeführt worden waren. Dabei zeigte sich, dass auch der Gesamtverbrauch von Milchprodukten  mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, wozu dann natürlich auch der Verzehr von Vollmilch zählt.

 

„Aus diesen Forschungsergebnissen können wir schließen, dass der regelmäßige Verzehr von Milchprodukten sowohl bei Männern als auch bei Frauen in einen moderaten Zusammenhang mit einem erhöhten Parkinsonrisiko steht“, erklären die Forscher. Warum Milch das Parkinsonrisiko erhöht, ist bisher noch ungeklärt.

 

Literatur

Hughes KC, Gao X, Kim IY, Wang M, Weisskopf MG, Schwarzschild MA, Ascherio A., Intake of dairy foods and risk of Parkinson disease, Neurology. 2017 Jun 8.