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Freitag, 1. März 2011

Zink Supplementierung sinnvoll bei ADHS

Zink stösst schon seit Jahren auf grosses Interesse im Bezug auf das Verhalten. Diverse methodische und gut konzipierte Studien belegen den Nutzen einer  Zinksupplementierung bei Aufmerksamkeits-störungung wie ADHS. Zink ist ein sehr wichtiges Nahrungsmineral mit vielen Funktionen innerhalb unseres Stoffwechsels. Sowohl unser Immunsystem, unser Gehirnstoffwechsel also auch Zellwachstums- und Zellteilungsprozess sind abhängig von Zink.

 

Die Rolle von Zink auf unser Verhalten

Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Dopamin. Dopamin ist eine Substanz im Gehirn, die unter anderem eine Rolle spielt im Zusammenhang mit unserer Aktionsbereitschaft, unserer Aufmerksamkeit und unserer Entschlossenheit. Es muß an der richtigen Stelle in der richtigen Dosierung seine Arbeit tun, also nicht zu viel und nicht zu wenig. Hierbei spielt der Dopamintransporter (abgekürzt DAT) eine entscheidende Rolle. Zink scheint beteiligt zu sein bei der natürlichen Regulierung des Dopamintransporters (DAT) und zwar durch einen hemmenden Effekt auf eben diesen Transporter.

 

Zink ist ausserdem essentiell für die Umwandlung von Linol- und Alpha-Linolensäure in langkettigen Fettsäuren (GLA, EPA, DHA). Diese lankettigen Fettsäuren sind notwendig für unsere Hormone und Gehirnzellen. Zink ist ausserdem wichtig für die Aktivierung der Vitamine B6 und die Produktion von Serotonin. Serotonin trägt zu unserem allgemeinen Wohlbefinden bei.

 

Bekommt der Körper ausreichend Zink?

Die tägliche Nahrungsaufnahme erfüllt nicht selbstredend den individuellen Zinkbedarf. Mangelhafte Ernährung, Verdauungsstörungen und und eine ungünstige Darmflora reduzieren die Aufnahme von Nährstoffen.

Toxine

Die Nahrung enthält Substanzen, die die Absorption von Zink hemmen sowie die Phytinsäure (Getreide), Phosphorsäure (Erfrischungsgetränke), künstliche Farbstoffe und Alkohol. Aufgrund der Umweltverschmutzung wird der Körper mit Schwermetallen wie Quecksilber und Cadmium belastet. Im Allgemeinen stören diese Toxine die Entwicklung des Gehirns und der Gehirnfunktionen. Sie blockieren den Einbau von Zink im Körper. Quecksilberbelastung kann als Folge von Pestiziden und Fruktose-Sirup (HFC, High Fructose Corn Sirup) entstehen. Dieser Fruktose-Sirup wird zum Beispiel häufig als Süßstoff in Erfrischungsgetränken und Keksen verwendet. Zigarettenrauch ist eine häufige Quelle von Cadmiumbelastung. Alkohol wird viel Aufmerksamkeit geschenkt, weil er noch viel schädlicher zu sein scheint, als angenommen. Alkohol hemmt die Resorption von Zink und erhöht dessen renale Ausscheidung; doppelter Verlust! Der aktuelle Standpunkt ist, dass das ungeborene Kind über die Mutter nicht mit Alkohol belastet werden darf und dass Alkoholkonsum während der Wachstumsphase bis zum 18. Lebensjahr vermieden werden sollte.

Wieviel Zink supplementieren?

Die Forschung hat gezeigt, dass eine Supplementierung von 15 bis 30 mg elementarem Zink pro Tag sinnvoll ist bei der Behandlung von ADHS. Günstige Wirkungen von Zink wurden sowohl mit als auch ohne Methylphenidat beobachtet. Ältere Kinder mit ADHS und Adipositas scheinen ebenso von einer Zink-Supplementierung zu profitieren. Verbesserungen wurden vor allen Dingen auf sozialen und Hyperaktivitätsparametern erreicht sowie in einem geringeren Ausmass im Bezug auf die Aufmerksamkeit und die Konzentration. Möglicherweise sind hierfür höhere Zink-Dosierungen nötig, aber es könnte auch sein, dass Verbesserungen im Bezug auf Aufmerksamkeit und Konzentration mehr Zeit benötigen als die relativ kurze Dauer der Untersuchung. Die bisher verwendeten Dosierungen können nicht als hoch eingestuft werden und es konnten keine Nebenwirkungen beobachtet werden. Weitere klinische Studien werden folgen.

Besondere Aufmerksamkeit auf die Entwicklung des Gehirns

Die Entwicklung des Gehirns von Kindern reagiert sehr empfindlich auf Toxine. Derartige Substanzen hemmen die Funktion und den Wachstum von Nervenzellen. Neben einer Zink-Supplementierung hat auch die Supplementierung von Selen, einem Multivitamin-Mineral-Präparat und Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Krill-Öl einen positiven Effekt auf das Verhalten und Lernfähigkeit von Kindern.

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