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Dienstag 8 August 2017

Säurelastige Ernährung und Gelenke

  

 

Bei langanhaltendem Konsum übersäuernder Nahrungsmittel entsteht eine metabolische Azidose. Das ist verheerend für die Gelenke: Ein Übersäuerung des Körpermilieus führt letztlich zu Entzündungen und Gelenkschäden. Hier einige Tipps und eine nützliche Säure-Base-Tabelle.

 

In unseren vorigen Newslettern konnten Sie mehr über gezielte Supplementierung bei Gelenkbeschwerden und über die Do’s und Don’ts der Ernährung für gesunde Gelenke erfahren. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über das Säure-Basen-Gleichgewicht und seine Bedeutung für die Gesundheit unserer Gelenke.

 

pH-Wert

Ein guter pH-Wert des Körpers ist wichtig für gesunde Gelenke, unter anderem deswegen, weil die Enzyme, die zur Verarbeitung von Baustoffen benötigt werden, nur bei einem bestimmten pH-Wert gut arbeiten können. So werden Verdauungsenzyme aus der Bauchspeicheldrüse im Darm nur bei einem pH-Wert über 7 aktiv. Liegt er darunter, werden die Nährstoffe nicht mehr vollständig verdaut und gelangen nicht mehr in ausreichenden Mengen dorthin, wo sie gebraucht werden, zum Beispiel in den Gelenken. Die nur halb verdauten Reste können ihrerseits weitere Entzündungen verursachen, die sich ebenfalls negativ auf die Gelenke auswirken.

 

Zusammenhang mit Low-grade-Entzündungen

Bei langanhaltendem Konsum saurer Nahrungsmittel entsteht eine metabolische Azidose, eine Übersäuerung des Körpersystems (Pocock, 2013). Dies führt zu einer gestörten Homöostase, erhöhter Entzündungsneigung und einem geschwächten Immunsystem. Erkrankungen, die damit in Zusammenhang gebracht werden, sind unter anderem rheumatoide Arthritis, Osteoarthritis, Bindegewebsschwäche, Gicht, Durchblutungsstörungen, Osteoporose und andere rheumatische Erkrankungen. Bei den meisten dieser Erkrankungen – wenn nicht bei allen – spielen Low-grade-Entzündungen eine kaum zu unterschätzende Rolle.

 

Regulierung und Säurepuffer

Glücklicherweise verfügt der Körper über einen Regulierungsmechanismus, der aus Säurepuffern besteht, und die Fähigkeit, Säuren über Nieren und Lunge auszuscheiden. Die stärksten Puffer sind Hämoglobin, Albumin und Bicarbonat. In geringerem Umfang können auch Calcium, Magnesium und Kalium als Puffer dienen. Diese müssen über die Nahrung aufgenommen werden, was in der Regel jedoch nicht in ausreichendem Maß geschieht.

 

Weiterhin sorgt ein Säureüberschuss in der Nahrung dafür, dass die Regulierungsmechanismen versuchen, die überschüssige Säure loszuwerden und – wenn dies nicht mehr gelingt – den Überschuss mit alkalischen Substanzen zu kompensieren, die dann beispielsweise aus den Knochen entnommen werden. Eine mehr basische Ernährung entlastet daher das Puffersystem, sodass es den Knochen keine Mineralstoffe mehr zu entziehen braucht. Auf diese Weise wird auch ein relativer Mineralstoffmangel im Körper vermieden. Idealerweise sollte die Nahrung zu 80 % basisch und zu 20 % sauer sein (Nieuwenhuis, 1999).

 

Sauer ist nicht immer übersäuernd

Ein weitverbreiteter Irrtum ist die Vorstellung, dass sauer schmeckende Lebensmittel automatisch zu einer Übersäuerung des Körpers führen. Zitrusfrüchte schmecken sauer und Ascorbinsäure ist eine Säure, wie der Name schon sagt. Aber Vitamin C ist in Zitrusfrüchten nur in gebundener Form enthalten, als Ascorbatkomplex. Dabei geht Säure eine Verbindung mit einem Mineralstoff ein. Die Säure wird in den Zitronensäurezyklus aufgenommen und der basische Mineralstoff bleibt übrig. Dadurch steigt der pH-Wert, was von Vorteil ist.

 

Säure-Basen-Tabelle

PRAL steht dabei für Potential Renal Acid Load (potenzielle renale Säurelast). Dabei handelt es sich um die geschätzte potenzielle Säurebelastung des Körpers bei Aufnahme von 100 g des jeweiligen Nahrungsmittels. Sie können diese Tabelle bei der Behandlung von Klienten, die unter einem gestörten Säure-Basen-Gleichgewicht (bzw. unter dessen Folgen) leiden, als verlässliche Referenz verwenden. Sie eignet sich auch gut als ein Ernährungsratgeber, den Ihren Klienten selbst verwenden können. Oder Sie verwenden sie dazu, um eine auf die persönliche Situation des Klienten abgestimmte alkalisierende Diät zusammenzustellen.

 

In unserem nächsten Newsletter erfahren Sie mehr über evolutionären Hintergrund von Bewegung im Hinblick auf die Gelenke.

 

Literatur

Weitere Informationen und Literaturhinweise zu diesem Artikel finden Sie in unserem Whitepaper „Integrative Vorbeugung und Behandlung von Gelenkbeschwerden“.